HIB Homepage
  BG&BRG 3 Boerhaavegasse
 
 
 
zurück
 

Die 3sv löst die Probleme der Welt
Ein gemeinsamer Bericht der 3sv

Am 19. Februar 2018 begann wohl eine der aufregendsten Wochen dieses Schuljahres für die 3sv.

Alle SchülerInnen fanden sich pünktlich um 7:45 vor dem Klassenzimmer der 6c ein, um das Spiel zu starten. Als dann auch Frau Prof. Dumard auftauchte und die Tür, auf der groß World Peace Game stand, aufschloss, stürmten alle aufgeregt hinein und betrachteten erstmals das Spielbrett. Um dieses standen 21 Stühle mit jeweils einer „Top Secret“-Mappe.
Auf dem aufgestellten Spielbrett befanden sich vier Staaten und die geheime Insel [des Secret Empires]. Vier Schichten (Unterwasser, Erdoberfläche, Luftraum und Weltraum) waren dargestellt.

Unter Moderation von Frau Prof. Dumard spielten die Schüler und Schülerinnen die ganze Woche ein Spiel, wobei jede/r eine der verschiedenen Rollen zugeteilt bekam. „Darauf freuten sich alle am meisten. Es gab vier Premier-, vier Finanz-, vier Außen- und Verteidigungsministerinnen. Ebenfalls wurden die Rollen der Weltbank, UNO, Waffenhändlerin, des Secret Empires und Saboteurs verteilt. Letztere zwei waren geheim und hatten die zweite Aufgabe, das Spiel zu sabotieren und das eigentliche Ziel, den Frieden, zu verhindern!“, erzählt Sina Zack, Premierministerin von Susala, ein Land in der Wüste, das viel Öl besitzt.
Die anderen drei Länder waren Frozen (ein sehr armes Land), United States of Europe U$E (ein sehr reiches Land) und MMA (ein umweltbewusstes Ökoland). Den Namen durfte das jeweilige Team erfinden.
„Die Waffenhändlerin ist eine Business Woman und möchte viel Geld verdienen. Die Wettergöttin ist für Ruhe und bei Konflikten da. Sie muss alles im Griff haben!“ (Iman Roka, Business Woman).
Und Zack dazu: „Die wohl wichtigste Aufgabe hatte die Wettergöttin: Sie entschied über Zufälle, musste einen Überblick über das gesamte Spiel haben und hatte die Macht darüber, zu entscheiden, ob etwas [zum Beispiel eine wissenschaftliche Erfindung] zugelassen werden konnte oder nicht.“

Dabei mussten sich die Schüler und Schülerinnen in die Lage der jeweils zugeordneten Rollen hineinversetzen und bestimmte Krisen lösen. Damit das Spiel spannender wird, wurden zwei Personen bestimmt, die Unruhe stiften sollen. Katja Schieh-Schneider war die außergewöhnlich gute Saboteurin und Alex Charnagalov der Anführer des geheimen Landes „Secret Empire“.
„Es gab 23 vorgegebenen Krisen. Als ob das nicht genug wäre, gab es einen anonymen Saboteur und das Geheime Imperium, die weitere Krisen zubereiteten!“ (Marija Simovic, MMAs Außen- und Verteidigungsministerin). Aber die Jugendlichen konnten diese Probleme ebenfalls mit Bravour bestehen.

Wie jeder Schüler seine / jede Schülerin ihre eigene Rolle empfunden hat?
Als Wettergöttin musste Maya Pandrea „Strafen austeilen, das Wetter und die Börse bestimmen. Eigentlich war es ganz leicht, mich in diese Rolle hineinzuversetzen.“ Premierministerin Celik „war eine wichtige Führungsperson im Land U$E. Ich habe geschaut, dass alles nach Plan läuft. Ich habe meine Rolle sehr ernst genommen und mich auch in die Lage meiner Position versetzt.“
„Die Rolle der Finanzministerin war, zu berechnen, wie viel Geld bei jedem Spieltag eingenommen und ausgegeben wurde.“ (U$Es Finanzministerin, Nina Cagnin).
Über ihre doppelte Rolle als Susalas Finanzministerin und Saboteurin berichtet Schieh-Schneider: „Der Finanzminister muss alles Geld vom Staat zusammenrechnen. Der Saboteur muss heimlich mit der Spielleiterin kommunizieren, um das Spiel zu sabotieren (wie ein Spielverderber). Ich habe viel Fantasie benutzt und mir vorgestellt, dass alles gerade real ist und nicht nur ein Spiel ist!“
Frozens Premierministerin Anouk Euler-Rolle erklärt: „Meine Aufgabe war sehr wichtig und anstrengend, denn ich musste an vieles gleichzeitig denken, doch dieses Spiel hat mir sehr gut gefallen. Dadurch habe ich gelernt, wie es ist, wenn man eine wichtige Rolle in der Regierung hat.“
Auch bei der UNO war die Situation nicht ganz entspannt: „Unser Team hat sehr viel anderen Länder geholfen, wenn sie Hilfe brauchten. Wir haben sehr viel verhandeln müssen. Die Weltbank hat uns auch sehr viel geholfen, indem sie uns insgesamt 17 Milliarden Euros geschenkt hat. Dann hat sie uns aber angegriffen. Es war sehr angespannt, aber auch sehr interessant, zu wissen, wie wir diesen Krieg ändern können“, berichtet Martina Kurteva, Untersekretärin der UNO.

Jeder Spieltag bestand aus abwechselnden Verhandlungs- und Deklarationsphasen. Zack gefallen die Deklarationsphasen besser, „da ich gerne vor Menschen spreche und wichtige Infos ankündige.“ Andere, wie Celik, konnten in den Verhandlungsphasen „nämlich mehr auf ein Problem eingehen und mit den Personen sprechen, die es betrifft. Man konnte auch Verträge (…) unterschreiben. Es war alles sehr realistisch gemacht.“ Waffenhändlerin Roka konnte diese auch gut nutzen, „weil ich viel Geld verdienen musste!“
Es gab viele Anklagen gegen unschuldige SpielerInnen, doch die Saboteurin und das Secret Empire haben sich sehr gut geschlagen und blieben bis zum Schluss unverdächtig. „Niemand hatte gedacht, dass Katja Schieh-Schneider Saboteurin war!“, so Simovic, MMAs Außen- und Verteidigungsministerin.

Am fünften und letzten Tag jedoch spürte man die Anspannung schon, da es an diesem Tag nur drei Stunden Zeit zur Verfügung gab. Doch schlussendlich waren alle Krisen gelöst und in den letzten zehn Minuten wurde das Spiel gewonnen! Jeder nahm seine Rolle(n) sehr ernst. „Am Anfang dachte ich mir, dass das sehr leicht wird, aber am Ende wurde es knapp, wir haben erst zehn Minuten vor dem Schluss gewonnen“, verrät uns Bengisu Sert, Susalas Außen- und Verteidigungsministerin.
Und der CEO der Weltbank, Alex Charnagalov, erzählt: „Am weiteren Verlauf des Spiels wurden nacheinander die einzelnen Krisen und Streitigkeiten unter den Ländern und Naturkatastrophen gelöst. Am spannendsten war, wie die Weltbank entgegen ihrer Aufgabe Truppen, Panzer und Flugzeuge kaufte“, und Land eroberte...

Auch die Frau Direktorin kam noch, um der Klasse zu ihrem Sieg zu gratulieren und Auszeichnungen zu erteilen. Celik bekam den Friedenspreis, Euler-Rolle den Menschenrechtspreis und Schieh-Schneider für ihre ausgezeichnete Leistung als Saboteurin den Vielseitigkeitspreis.

Nach einer Umfrage in der Klasse bestätigten alle, dass sie aus dem Spiel etwas gelernt haben und dass sie jetzt generell Probleme oder Krisen nüchterner betrachten werden. Wo ein Wille, da ein Weg!
„Jeder machte seinen Job excellent!“, sagte MMAs Außen- und Verteidigungsministerin Annelie Vanicek. „Dieses Spiel zeigte den Kindern, wie Politik funktioniert, da es wie im realen Leben MinisterInnen, UNO und Waffenhändlerin [und Weltbank] gab.“ Laut Wettergöttin Pandrea war das Spiel ein Gruppenerfolg: „Das Spiel hat uns alle näher zusammengebracht und jetzt haben wir sicher eine bessere Klassengemeinschaft.“
Insgesamt gefiel es der Klasse sehr gut und alle hatten gelernt, dass das Lösen von Problemen am besten mit Worten geht. „Das Spiel soll Kindern beibringen, dass man manches auch ohne Gewalt lösen kann“, so Sert.
U$Es Premierministerin Celik bekommt das Schlusswort: „Das Wichtigste ist Reden! Das habe ich aus diesen fünf Tagen gelernt, für jedes Problem gibt es einen Ausweg!“


--- © HIB Wien ---