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Philosophie
 
 
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WAS IST PE ?

"Die Philosophie ist eine solch törichte streitsüchtige Dame, dass ein Mann ebenso gut sich in einen Prozess vor Gericht als mit ihr einlassen kann. So fand ich es früher und jetzt, da ich ihr kaum nahe gekommen bin, wieder; das soll mir eine Warnung sein." Das schrieb Isaac Newton 1687, und wenn es auch ein peinliches Understatement ist, dass er ihr "kaum nahe gekommen ist", so hat er leider recht: in der Philosophie wird seit Jahrhunderten gestritten. Diese Streiterei, die unterschiedlichen Thesen und verschiedenen Argumentationen kann man nachvollziehen, die Biographien der berühmtesten Philosophen lernen und all das lässt sich auch leicht prüfen: PE als Geschichtsunterricht, die Geschichte des Denkens, wenn man so will.

Philosophie ist jedoch eine Tätigkeit. Wenn man philosophiert, reflektiert man über in der Gegenwart relevante Fragen, zu denen es noch keine befriedigende Antworten gibt. Hier hat der Lehrer nicht "recht", hier gehört das Streitgespräch zum Unterricht, und beurteilt werden kann bestenfalls die Diskursfähigkeit der Teilnehmer. Es gilt aber auch der Grundsatz "si tacuisses, philosophus mansisses" [Hättest du geschwiegen, so wärest du ein Philosoph geblieben; Boethius: "De consolatione philosophiae" 2,7]. Um den stillen Denkern in der Klasse nun ebenso zu einer gerechten Note im Vergleich zu den redegewandten Streitsüchtigen zu verhelfen, sind Tests nicht immer vermeidbar.

Die Abkürzung PE heißt "Philosophischer Einführungsunterricht". Das erinnert demütig daran, dass Philosophie an der Universität ebenso lange wie z. B. Deutsch zu studieren ist, in der Schule aber nur ein knappes Jahr unterrichtet wird, also bestenfalls eine Einführung in die jahrtausend alte Wissenschaft darstellt. Gemeinsam mit dem Psychologieunterricht in der 7. Klasse ist das Fach PP maturafähig.

(Michael Wildauer)

 

 

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