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Basketball WM
 
 
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Team AUT Girls bei den
ISF Basketball Worldchampionships
in Porec, 29.4.-7.5.2017

Unser Schul-Team schreibt Geschichte bei den Schulweltmeisterschaften 2017!

Diese Geschichte beginnt unter ganz anderen Voraussetzungen bereits im Schuljahr 2015/16: Die Spielerinnen des Damen- Oberstufenteams, das sich aufgrund der Zusammenarbeit mit den WAT 3 Capricorns ausschließlich aus erfahrenen Vereinsspielerinnen zusammensetzt (unter ihnen einige Junioren-Nationalteamspielerinnen), interessieren sich für die Qualifikation an diesem Turnier. Schon bei der Anmeldung im Herbst 2016 stellt sich heraus, dass vier Vereinsspielerinnen nicht teilnehmen können: die terminliche Ansetzung der WM-Endrunde zum Zeitpunkt der schriftlichen Reifeprüfung 2016/17 bedeutet einen schmerzlichen Ausfall für den Kader. Eine kurzfristige Absage (Ostern 2017, drei Wochen vor Turnierbeginn) und eine langwierige Verletzung bedeuten für das Team den Verlust von zwei wichtigen Leistungsträgerinnen.

Das neu formierte Team rund um die einzige erfahrene Vereinsspielerin Charis KLUGER (5a) wird vom Coaches-Team nach den Ferien über die Sachlage informiert und beschließt einstimmig, dennoch teilzunehmen. Spontan können noch zwei Schülerinnen als Verstärkung für das Team gewonnen werden und somit präsentiert sich das Team AUT wie folgt:

  • Bilir Melissa (5a), Nummer 10
  • Buchner Amelie (5a), Nummer 4
  • Davidovic Leonarda (4a), Nummer 14
  • Doczy Emilia (5a), Nummer 6
  • Kluger Charis (5a), Nummer 11 (Captain)
  • Murent Lena (4b), Nummer 7
  • Püspök Annuska (5c), Nummer 9
  • Timcakova Zuzana (6b), Nummer 5
  • Vonk Eva (6b), Nummer 8

Diese neun Spielerinnen würden nun auf Spitzenteams aus aller Welt treffen, Spielerinnen, die in nationalen Schulsportleistungszentren trainieren.

Das Losglück bedeutet für uns den sportlichen Wettkampf in der Gruppenphase mit Brasilien, Indien und Israel.

Spieltag #1: Das Spiel der in allen sportlichen Belangen überlegenen Brasileras versetzt das Team AUT in eine Schockstarre, zudem muss der Teamcaptain schon zu Ende des 2. Viertels auf die Bank (4th personal foul), so verlieren wir das Match mit 131:3. Doch das Ende dieses Kapitels wird im „fünften Viertel“ geschrieben: Die noch am Feld verbliebenen Spielerinnen des Team AUT verstecken sich nicht, sie sind fröhlich und zeigen das auch.

Könnte so eine Niederlage nochmals drohen? Wie würden wir damit umgehen können? Können wir auch besser spielen? Fragen, die schon im nächsten Spiel beantwortet werden würden:

Team AUT vs. India. Vorweg: Gegen die körperlich ebenbürtigen Gegnerinnen spielen wir das beste Spiel der Gruppenphase. Angeführt von einer überragenden Charis Kluger (24 Punkte), gelingt es dem Team über weite Phasen mitzuspielen, die taktisch neu eingestellte Defense bewegt sich gut, muss sich letztlich der wurfstarken Mannschaft aus Indien mit 31-75 geschlagen geben. Der Teamspirit scheint davon ungebrochen (#lowlowlolololowlowlow…).

Einzig das für den nächsten Tag angesetzte Spiel gegen Israel verunsichert. Die Nachricht vom klaren Sieg Israels gegen Brasilien in Kombination mit ersten Blessuren einiger Spielerinnen lässt für diese Begegnung nichts Gutes erwarten. Die Betreuer versammeln die Spielerinnen, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Sie zeigen Mut, sie sind zur WM gekommen, um zu spielen, nicht um aufzugeben. Eindrucksvoll belohnen sich die jungen Frauen selber: Ein Achtungserfolg gegen die Titelmitfavoritinnen aus Israel, der mit dem Endstand von 65-17 keinen Zweifel über die Stärke der Gegnerinnen lässt, aber auch gleichzeitig eine schöne Bestätigung der Leistungssteigerung gegenüber des Auftaktspiels ist. Hervorzuheben neben der kompakten Teamleistung ist abermals die Performance von Charis Kluger, die in starken Einzelaktionen die gut aufgestellte gegnerische Defense immer wieder durchbrechen kann (9 Punkte). Stimmungsbarometer unverändert hoch.

Die Platzierungsspiele, die mit dem vierten Spieltag ihren Anfang nehmen, bringen ein Aufeinandertreffen der jeweils viert-platzierten Teams aus der Vorrunde. Das Team AUT Girls spielt in einer Gruppe mit den Mannschaften aus dem Kosovo, Rumänien und Kroatien 2 um die Plätze 25-28. Im Match gegen das kosovarische Team zeigen die Schülerinnen der HIB Wien ihr bisher bestes Basketball. Es ist eine Begegnung auf Augenhöhe bei den Schul-WELTmeisterschaften (!!), die denkbar knapp mit 25-19 verloren geht.

Die Zutaten für dieses sensationelle Ergebnis in mathematischer Form:
Hohe Motivation + Teamspirit + die von Coach Flo Frages gute eingestellte Defense + eine mäßige Chancenauswertung des Teams aus dem Kosovo = wenige gegnerische Punkte.
Charis Kluger einmal mehr Punktegarant aus österreichischer Sicht (14).

Dieses Erfolgserlebnis verleiht Auftrieb, von „mitspielen können“ ist es da nicht weit zu einem „Da-geht-mehr“. So starten wir in die Begegnung mit Rumänien. Leider gelingt es aber nicht, an die bis dahin gezeigten Leistungen anzuschließen und wir verlieren das Match klar mit 19-64. Fazit: Hallo WM, unser Spiel geht besser, unsere Stimmung nicht.

Der sechste und für unser Team letzte Spieltag bringt eine klare Zielsetzung: eine Verbesserung zum Vortag, eine Leistung zeigen, mit der wir zufrieden den Heimweg antreten könnten. Diszipliniert in der Verteidigung, mutig im Angriff, der Sieg im fünften Viertel wäre uns abermals ohnedies gewiss. Auch im Match gegen Kroatien 2 sind wir spielerisch unterlegen, wir spielen beherzt und mit viel Freude und verlieren die Partie mit 31-12, unsere Motivation nicht.

Die Siegerehrung am Abschlusstag sieht uns fälschlicherweise auf dem 26. von 28 Plätzen, wir feiern den Abschied von unseren neu gewonnen (Sport-)Freunden aus aller Welt und schließen die Geschichte mit der Heimreise nach Österreich.

Wo ist sie nun die Geschichte, die das Team schreibt? Sie ist nicht nur in 3ern, Rebounds, Turnovers, etc… oder etwa dem Ergebnis zu lesen. Wenngleich der sportliche Lernerfolg den jungen Frauen vom österreichischen Delegationsleiter (und langjährigen Basketball-Aficionado) Mag. Peter Kreid nach dem letzten Spiel attestiert wird: Die Leistungssteigerung, die das Team im Turnierverlauf gezeigt hat, hat er so noch nicht für möglich gehalten.

Jede Spielerin des Team AUT Girls schreibt ihre Version von „Dabei sein ist alles“. Wird dies in Zusammenhang mit österreichischer Beteiligung an internationalen Sportereignissen bisweilen oft als zynisches Urteil über die gezeigten sportlichen Leistungen resümiert, bedeutet es für Eva, Leonarda, Charis, Amelie, Zuzana, Annuska, Emilia, Melissa und Lena die Entscheidung, in einer (sportlich, körperlich und psychisch) überaus herausfordernden Situation dabei zu bleiben.

Die Moral, der Sportgeist, die Motivation, die das Team besonders in den schwierigen Momenten des Turniers gezeigt haben, wird sie hoffentlich auf ihren weiteren Wegen begleiten.

Das Betreuerteam:
      Flo Frages (COACH)
      Thomas Grubhofer (Assistant Coach)
      Charlotte Dumard (Assistant Coach)

(Fotos: Charlotte Dumard)

 

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